1x Bäcker und zurück – Teil III

Schritt 1 – Gedanken darüber machen ob ich Bäcker werden will, erledigt.
Schritt 2 – Recherche und Bewerbung an Bäckereien schreiben, erledigt.

Schritt 3 – Die Vorstellungsgespräche

Nachdem ich mit ca. 20 Bäckereien in Kontakt war, haben sich drei Bäckereien herauskristallisiert, die an mir interessiert sind und mich kennenlernen wollten.

Meine Bedingungen waren, keine Großbäckerei á la Der Mann, Ströck, Anker und Co. Irgendwie kann ich mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen, dass dort die Produkte im Vordergrund stehen.

Die Namen der Bäckereien, werden mein Geheimnis bleiben, aber soviel kann ich euch verraten. Mein erstes Kennenlernen hatte ich mit einem Bäcker der einen Ein-Mann-Betrieb führt. Hut ab dafür, er schupft nämlich sowohl die Produktion als auch den Verkauf. Privatleben bleibt da – laut seinen Erzählungen – allerdings nicht mehr viel. Zwischen 1 und 3 Uhr aufstehen, bis 6 Uhr wird der Großteil gebacken und aufgesperrt, bis 12:00 wird verkauft und dann gibt’s erst einmal ein Mittagsschläfchen bis 16:00. Dann wieder zack auf die Beine und bis 19:00 weiterverkauft.
Wahnsinn!

Was während des Bewerbungsgesprächs allerdings relativ schnell zur Sprache gekommen ist, ist dass der Herr Bäcker bis jetzt noch nie einen Lehrling ausgebildet hat und sich auch nicht so ganz sicher ist ob er das auch will. Jemand älterer -oh wie schmeichelhaft- wär da definitiv eher sein Fall, weil er 16-jährigen nicht so ganz vertraut, aber er weiß nicht ob er wirklich mit jemand Zweiten Zusammenarbeiten will.
Hm, ok. Am nächsten Tag habe ich dann noch meinen Lebenslauf vorbeigebracht und da habe ich dann schon gemerkt, dass es aus ist. Mein Magistertitel ist sofort ins Auge gestochen und die Reaktion darauf hat mir nicht sehr gefallen. Es hat mich verwundert, weil ich mein Studium erwähnt habe, aber anscheinend ist es dann doch erst später durchgesickert.
Fazit: Ich habe nie wieder etwas vom Bäcker I gehört. Schade, zumindest eine Absage wäre schön gewesen.

Bei Bäcker II war das ganz anders. Größerer Betrieb, selbst in der Bäckerinnung tätig, bildet mehrere Lehrlinge aus und freut sich über guten Nachwuchs. Der ist angeblich nicht mehr so leicht zu bekommen. Vor allem wenns an den Grundrechenkenntnissen scheitert, ist das nicht des Bäckers Baustelle und nicht zumutbar. Die kleinen Rechenübungen habe ich gerade noch so hinbekommen. Ja, das mein ich ernst, mit dem Kopfrechnen hab ichs nämlich nicht so, das bringt mich ordentlich zum Schwitzen. Die Frage wieso eine Lehre nach dem Studium konnte ich auch schlüssig erklären und Bäcker II war sogar so aufmerksam und hat mich auf die Gehaltssituation aufmerksam gemacht und mir Tipps gegeben wie ich Unterstützung bekommen könnte. Über 1000 Euro im Monat kommt man allerdings nicht hinaus.
Fazit: Eine nettes Gespräch und eine Einladung zu 3 Probearbeitstagen.

Die Geschichte mit Bäcker III hätte ich fast in den Wind geschossen. Für ein geschlagenes Monat habe ich versucht ihn zu erreichen. Vielbeschäftigter Mann. Aber das Konzept mit einer veganen Produktlinie hat mich neugierig gemacht, sodass ich es zumindestens versuchen wollte. Bei einem Telefongespräch war schnell klar, dass er prinzipiell interessiert wäre, die Lehrstelle allerdings schon vergeben ist und er immer nur einen Lehrling ausbildet. Ein wenig schade hab ich es zwar schon gefunden, aber zumindest Schnuppern wollte ich kommen. Das drufte ich auch.
Fazit: Ein interessantes Gespräch inkl. Diskussion über die Entwicklung der Bäckerbranche und ein Schnupperarbeitstag.

Wie man sehen kann ist die Reaktion auf meine Anfrage sehr unterschiedlich aufgenommen worden. Mein Resume des ganzen ist es, auf jeden Fall dran zu bleiben. Zeitweise hab ich echt schon geglaubt, es werden keine Lehrstellen mehr vergeben – bzw. nurmehr in den Riesenbäckereien – aber mit ein bisschen suchen und telefonieren kann man auch Glück haben.

Teil IV folgt..

Alles Liebe
Eure LaGusterina

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2 Antworten zu “1x Bäcker und zurück – Teil III

  1. Spannend, was du alles erlebst. Ich verschlinge deine Berichte jedes Mal… Schon komisch, dass man keine Stelle finden kann, selbst wenn man will!

    Liebe Grüße
    Nadja

    • Danke für die Blumen! 🙂 Freut mich wenn dir die Berichte gefallen!
      Auch wenn ich jetzt schon ein wenig vorgreife, aber ich hätte im Endeffekt sowohl eine Lehrstelle als Konditorin, sowie als Bäckerin bekommen. Wieso ich sie dann doch nicht angenommen habe, erfährst du aber erst am Schluss der Reihe. Ein wenig Spannung muss sein! 😉

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