1x Bäcker und zurück – Teil II

Gewusst getan? Wer mich kennt weiß, so einfach ist das nicht.
Der Gedanke Bäckerin zu werden war also geboren, aber was jetzt? Wie geh ich vor? Was muss ich machen?
Schnell hat sich herausgestellt, dass Bäcker werden gar nicht so einfach ist. Alles was mit Nahrungsmitteln zu tun hat ist nämlich strengstens geschützt, also ohne Ausbildung rennt da gar nichts. (Kommentar am Rande – ich frag mich wie das die Guerilla Bakery, 12 Munchies, Fett und Zucker und Co so alle machen. Gelten die strengen Bedingungen für KuchenbäckerInnen etwa nicht? und wieso dürfte ich einfach mal so ein Restaurant eröffnen scheitere aber an einer Bäckerei?)

Das war erst einmal ein Rückschlag. Nach der Schule, nach der Uni noch einmal eine Ausbildung?
Immerhin, statt 3 Jahre Lehre bis zur Gesellenprüfung hätte ich das ganze auch in 2 Jahren machen dürfen – Matura sei dank. Aber mit der Gesellenprüfung allein wäre ich immer noch nicht  berechtigt meine eigene Bäckerei zu eröffnen. Da muss ein Meisterbrief her, der noch einmal mind. 1 Jahr dauert.
Es wurde mir geraten an die Meisterschule in Wels zu gehen. Na wenns weiter nichts ist..

Die nächste Überlegung war, will und kann ich wirklich 2-3 Jahre von ca. 300€ leben? Zugegeben, ich bin mit meinem jetzigen Gehalt doch verwöhnt und ganz abgesehen davon, könnte ich mir mit 300€ nicht einmal meine Wohnung leisten. Schaff ich das wirklich? Von meinem Ersparten leben? Ich bin halt doch keine 16 mehr und wohn noch zu Hause bei den Eltern.

Tief durchatmen, vor meinem inneren Auge habe ich mir immer meine kleine Bäckerei vorgestellt. 10 Minuten von meiner Wohnung entfernt – dort gibt es zur Zeit nämlich eine Bäckerei die aufgrund von Pensionierung sicher bald schließt – Öffnungszeiten in der Früh und am Abend und es werden nur Brote, Gebäck, Kuchen verkauft die meinen Qualitätsansprüchen entsprechen und eventuell etwas ausgefallener sind.

Also ja, mit dem Bild vor Augen kann ich 2-3 Jahre von diesem Gehalt leben. ABER wenn ich meine Gedanken weiter spinne, was ist mit den Maschinen und dem Verkaufspersonal, kann ich mir das auch noch leisten? Kredit hallo!? Oder stehe ich dann mit einem Meistertitel da und frag mich wofür?

Noch einmal tiiiief durchatmen. Die Entscheidung war da, ich möchts probieren!

Der nächste Schritt war also, mir Bäckereien zu suchen, die a) Lehrlinge ausbilden und b) keine Angst vor einem etwas außergewöhnlicheren Lehrling haben.

Das war gar nicht so leicht. Insgesamt habe ich wohl ca. 20 Bäckerein angerufen und angeschrieben. Schreiben kann man vergessen, die meisten Bäckereien scheinen ihre Mails wohl nie zu lesen.
Bei den meisten Anrufen, war die Antwort, dass sie keine Lehrlinge ausbilden. Zu viel Arbeit. Aber Verkaufspersonal ist sehr rar, ob ich mich dafür begeistern könnte?

Im Endeffekt haben mich zwei Bäckereien zu einem Kennnenlernen eingeladen. Bei einer der beiden durfte ich 3 Tage lang schnuppern und eine Bäckerei hat mich für einen Tag hinter die Kulissen schauen lassen – mit dem Wissen, dass die dortige Lehrstelle schon besetzt ist.

Eigentlich gar nicht so schlecht, für die Tatsache, dass es laut Bäckereibesitzern nicht so gut um die Bäckerbranche steht.

Weiter geht’s am Freitag!

Alles Liebe
Eure LaGusterina

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4 Antworten zu “1x Bäcker und zurück – Teil II

  1. Der Meisterbrief kostet auch richtig viel Geld. Aber viele Bäckereien suchen nach neuen Ideen und frischem Wind. So könntest du auch ohne Meisterbrief deine Wünsche erfüllen. Gerade weil das Bäckerhandwerk etwas in der Krise steckt, könnte man jemanden wie dich suchen. So könntest du schneller an deinen Traum kommen, denn eine eigene Bäckerei samt Ausbildung und Meisterbrief aus dem Nichts zu stampfen, ist wirklich ein weiter Weg. Ich finde deine Idee aber toll, zwischen alle den Lehrlingen, die die Ausbildung machen, weil sie nichts anderes finden konnte, wirst du herausstechen.

    • An den Meisterbrief hab ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht gedacht. 😀 Aber gut zu wissen, dass das noch mehr kosten gewesen wären.
      Die Idee mich als Produktentwickler zu bewerben hatte ich auch schon, nur der Mut hat bis jetzt gefehlt.
      Das man auch als älterer Lehrling gut ankommt kann ich bestätigen, eben aus deinem genannten Grund: ehrliches Interesse!
      Dank, dir für deine positive und konstruktive Rückmeldung!

  2. Ich habe auch einen berufsmäßigen Gedanken, welchen ich verfolgen möchte im Kopf.. Ich bin mir leider auch nicht wirklich sicher, wie ich das umsetzen kann. Aber wenn ich mir so andere Aktionen/Firmen ansehen, denke ich mir, kann das doch gar nicht so schwer sein, und an so einer großen Ausbilung hängen..
    Ich hoffe findest bald deinen Weg, eine Bäckerei zu führen 🙂

    • Ja, den Gedanken hab ich auch immer. Bei den anderen geht’s ja auch also wieso bei mir nicht? pfff..
      Erzählst du auch mal von deiner Idee? Ich bin ja eine kleine neugierige Nase. 😉

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