Das Ende des Lebens

Ich kann mir nicht helfen aber der Tod bzw. der Umgang und die Bräuche mit dem Tod haben mich schon immer fasziniert. So kommt es auch, dass ich immer mal wieder Bücher zu diesem Thema lese. Manchmal eher esoterisch, manchmal aber auch sehr realitätsnah, wie in diesem Fall.

SterbenDas Ende des Lebens: Ein Buch über das Sterben – Ein SPIEGEL-Buch, ist ein Buch, dass sich mit dem Tod, dem Sterbeprozess und mit den Menschen die darin involviert sind auseinandersetzt.

Mir hat der Zugang sehr gut gefallen. Das Buch ist in verschiedene Themenbereiche gegliedert, sodass die unterschiedlichsten Menschen ihre Erfahrungen erzählen und facettenreiche Zugänge entstehen.

Die großen Überthemen sind:

  • Am Ende des Leben
  • Der Tod als Beruf
  • Krankheit und Sterblichkeit Suizid und Sterbehilfe
  • Kultur und Rituale

Dadurch, dass die einzelnen Beiträge meist nicht länger als 10 Seiten sind, ist das Buch auch ideal für zwischendurch. Die Intensität der Beiträge variiert, sodass man sich definitiv nicht vor einem tieftraurig und todernsten Buch fürchten muss. Es regt allerdings zum Nachdenken an. Eine schöne Eigenschaft, die nicht jedes Buch hat.

Meine persönlichen Highlights waren die Beiträge „Der Tod ist der größte Lehrer – Tiziano Terzani zeigt seinem Sohn, wie man in Frieden stirbt“,  „Rosen für Onkel Kadir – Wie eine muslimische Familie ihren Onkel in Hamburg beerdigte“ und „Asche auf Dotterblumen – Ein Tag in einem Münchner Hospiz“.

Und hier noch ein paar Zitate:

„Ja, der Tod gilt in der Hochleistungsmedizin als eine Art Versagen, manchmal fast als narzistische Kränkung. Das ist irrational, denn jeder Patient – und jeder Arzt – wird sterben.“ (S.44)

„Er hänge an nichts mehr, erklärte Terzani seiner Familie, nichts sei mehr wichtig. Selbst die Enkel interessieren ihn nicht mehr. Hat ihn das nicht verletzt? „Natürlicherweise lieben Großväter ihre Enkel. Aber er musste alle Erwartungen an die Zukunft fahren lassen“, sagt Folco. Für ihn gehörte diese Einsicht zu den „wunderbarsten Erklärungen“ seines Vaters: Dass wir uns vor dem Tod nur so fürchten, weil wir alles, was wir uns angeeignet haben, nun hergeben müssen.“ (S.74)

„Wir haben es geschafft, dass wir wählen dürfen, wer uns regiert, aber dass wir wählen dürfen, wie wir sterben wollen, haben wir nicht geschafft.“ (S. 209)

Was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, sind die vielen Menschen die sich unter anderem beruflich mit dem Tod auseinandersetzen. Speziell Mediziner die sich entschieden haben vom Heiler zum Sterbebegleiter zu werden und dass auch diese Aufgabe wichtig ist und oft nicht genug anerkannt wird.

In Würde sterben, das ist sicherlich für jeden etwas anderes, sei es durch selbstbestimmten Suizid, bis zum letzten Atemzug zu kämpfen, mit dem Leben abzuschließen, sich noch einmal von der Familie zu verabschieden, aber die Möglichkeit zu haben in Würde zu sterben ist etwas unbezahlbares und wichtiges, dass man heutzutage erst dann erkennt, wenn man unmittelbar betroffen ist.

Genau daran hat mich dieses Buch wieder erinnert, dass ein würdevolles Sterben keine Selbstverständlichkeit ist und das der Tod eines einzige Menschen meist mehr Leute beeinflusst als gedacht.

„Die Endlichkeit unserer Existenz ist eine Tatsache, die viele lieber verdrängen. Dabei spricht alles dafür, dass die Angst vor dem Tod umso größer wird, je weniger wir die Grenzen des Lebens in unser Denken lassen.“

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2 Antworten zu “Das Ende des Lebens

    • Danke für den Tipp! Hab mir die Rezension schon durchgelesen und das Buch klingt echt vielversprechend. Zuerst will ich allerdings noch das Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben lesen. Das steht schon seit 2 Jahren ungelesen in meinem Bücherregal und versauert. 😉

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