Müssen gibt’s nicht!

Hallo meine Lieben,

ich bin gerade über einen schönen Blogaritkel von twoodledrum gestoßen, indem sie die Thematik aufgreift: „Warum es wirklich bescheuert ist, Veganer zu sein?“

In vielem was sie geschrieben hat, gebe ich ihr vollkommen recht, vegan zu leben ist eine Herausforderung und sehr häufig werden einem mehr Steine in den Weg gelegt, als eigentlich sein müsste.

Wie ihr wisst, bin ich ja selbst erst in der Transformationsphase. Mein Ziel ist es bis Ende 2013 vegan zu leben. Aber ehrlich, das ist gar nicht so leicht wie ich mir das vorgestellt habe. Trotz über 10 Jahre Erfahrung im „anders sein“, dank meiner vegetarischen Essgewohnheiten, ist vegan sein nochmal ein ganz anderes Kapitel.

Belehrungen über die Essgewohnheiten, ewige Aufenthalte im Supermarkt (man muss schließlich die Zutatenliste durchlesen), im Restaurant sitzt man teilweise mit einem langen Gesicht da, weil das einzig vegane Salat ist  und ganz ehrlich ich vermisse es einfach mal ohne groß nachzudenken etwas Süßes zu essen. Kuchen und Torten sind sowieso „Tabu“, Eis geht meist auch nicht, und immer nur Mannerschnitten oder 70% Schokolade essen ist auch nicht so der Hit.

Das schlimmste für mich sind allerdings Einladungen zum Essen in größeren Gruppen. Da krieg ich vorher schon Bauchweh und würd mich am liebsten ganz klein machen. Schließlich weiß ich ja auf was es hinauslaufen wird, entweder ich bringe mein eigenes Essen mit (für mich ok, aber auf Dauer langweilig, bekocht werden ist schließlich schon was schönes..) oder aber ich sitze dann mit riesigem schlechten Gewissen am Tisch, weil ich das ja doch alles nicht esse und die Gastgeber sich solche Mühe gemacht haben.

Solche Situationen finde ich einfach nur anstrengend und unangenehm.

Was dagegen tun?

Tja, da hab ich leider selbst noch keine Lösung dafür. Irgendwie fühlt sich vegan leben vom Grundgedanken her richtig an, aber die Durchführung ist einfach katastrophal (siehe oben). Manchmal komm ich mir fast schon vor wie der Spaßverderber, weil immer jeder auf mich rücksicht nehmen muss, oder ich den Leuten ob gewollt oder nicht, meine Ernährungsgepflogenheiten unter die Nase reibe. Da reicht schon die Nachfrage beim Kellner „Ist da Milch, Käse oder Butter in den Nudeln und der Sauce?“. Und schon ist es passiert. VEGANER steht auf meiner Stirn und die skeptischen Blicke folgen.

Ich für meinen Teil gehe das Debakel so an: Zu Hause gibt’s nur veganes und wenn ich unterwegs bin und unvorbereitet, darf es auch mal ein Käsebrot, oder ein Stück Kuchen sein. Auch bei Gastgeschenken drück ich mal ein Auge zu.

Ja, ich weiß dass die Tierhaltung in Massenbetrieben fürchterlich ist, dass ich dadurch die böse Industrie unterstütze, aber in solchen Situationen schalte ich den Moralapostel in meinem Hinterkopf aus und versuche den Moment und vor allem das Essen zu genießen. Schließlich will ich mir kein ewiges „du musst“ oder „du sollst“ auferlegen.

Ist es unfair dem Tier gegenüber? Wahrscheinlich. Für viele ist diese Handhabung sicherlich inkonsequent, aber für den Moment ist es der beste Ansatz den ich für mich gefunden habe.

Alle Liebe,
Eure LaGusterina

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2 Antworten zu “Müssen gibt’s nicht!

  1. Erkundigen sich die Leute, die Dich einladen denn nicht nach Deinen Essgewohneheiten? Wir fragen konsequent nach, mögt ihr etwas spezielles nicht und entsprechend wird angepasst 🙂 das gehört sich doch so finde ich.

  2. Ich befürchte an der Situation bin ich nicht ganz unschuldig. Wäre ich nämlich konsequent, dann würden es wohl bald alle wissen und sich dannach darauf einstellen. Im Freundeskreis ist das wesentlich leichter zu bewerkstelligen als bei der Familie. Die sind da noch ein wenig traditionall/verbohrt und unwissend. Mein persönliches Problem ist, dass ich den Leuten nicht so sehr auf die Füße steigen will und/oder den Stempel als schwierig und Problemfall auf die Stirn gedrückt haben will. Daran muss ich noch arbeiten.

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